Der Pollenflug in Leverkusen

Der Haselpollenflug nimmt zu. Eiche und Eibe haben mit der Blüte begonnen.

 

Wer sich im letztem Frühjahr über den heftigen Pollenflug beklagte, der darf versichert sein, es war 2018 so schlimm wie nie in den letzten 10 Jahren.

Durch die Klimaerwärmung nimmt der Pollenflug erwartungsgemäß zu. Aber die Allergiker die auf Birkenpollen reagieren, haben in diesem Jahr besonders heftig reagiert, weil es zusätzlich ein Mastjahr war. Alle zwei Jahre blüht die Birke nämlich besonders heftig. Die Grafik zeigt den Pollenflug in der Pollenfalle Leverkusen am Standort Asthma und Allergiezentrum und den Trend der letzten Jahre. Der Trend in Leverkusen liegt über dem Trend in Deutschland. Ob dies auch eine Folge der Autoabgase in Leverkusen sei wollte Lungenarzt Mülleneisen der die Pollenfalle betreibt nicht sicher bestätigen, „ein Faktor unter mehreren ist es aber sicher“ meint er. Jedenfalls führten nicht nur Stickoxide und Feinstaub, sondern auch der zunehmende Pollenflug zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Auf die Frage ob das ein Thema ist das die Politiker interessiere meint Mülleneisen, „das interessiert die Menschen“. In diesem Jahr würde er so viele Hyposensibilisierungsbehandlungen (Spritzenkur gegen Heuschnupfen und allergisches Asthma) neu beginnen wie schon lange nicht mehr. Leider gäbe es immer weniger Allergologen in Deutschland und immer weniger Ärzte würden sich mit dieser Volkskrankheit beschäftigen. Obwohl 15% der Deutschen Bevölkerung unter Heuschnupfen leiden und 30% irgendeine Allergie (Medikamentenallergie, Insektenallergie,  Neurodermitis, Kontaktallergie, Nahrungsmittelallergie etc) haben.

Die Bundesärztekammer habe jetzt sogar die Weiterbildungszeiten für Allergologie reduziert. In Frankreich hat der Staat gerade den vollen Facharzt für Allergologie 4 Jahre Weiterbildung in der Klinik etabliert und Deutschland soll z.B. der HNO-Arzt das berufsbegleitend in Wochenendkursen erlernen können. „Das Problem nimmt jedenfalls zu und Politiker und Ärztefunktionäre nehmen das nicht ernst. Die Patienten müssen es ausbaden,“ meint Mülleneisen.

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